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Echte Nelkenwurz (Germ urbanum)

Familie der Rosengewächse

Beschreibung

Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse hat unscheinbare gelbe Blüten, die meist kleiner als ein Zentimeter sind. Aus den Blüten entwickeln sich klettenartige Früchte. Diese bleiben am Fell von Tieren oder an der der Kleidung von Menschen hängen und so verbreitet sich die Pflanze leicht. Die ein bis zwei Zentimeter dicke Wurzel der Pflanze, welche beim Anschneiden sich rötlich verfärbt riecht und schmeckt leicht nach Nelke, was ihr auch den Namen einbrachte. Die Gattung Geum umfasst 55 Arten. Neben der echten Nelkenwurz kann man noch die Bachnelkenwurz sowie die japanische Nelkenwurz als Heilpflanze nutzen.

Vorkommen und Standort

Die bis zu 80 cm hohe robuste Pflanze findet man in lichten Wäldern, Parks oder am Wegrand. Früher war sie eine geschätzte und wichtige Heil- und Gewürzpflanze in den Gärten. Heute wird sie dort meist nur bekämpft als lästiges Unkraut. Sie ist allgegenwärtig mit einem extrem großen Verbreitungsdrang und doch nahezu unbekannt.

Inhaltsstoffe

Die Wildpflanze enthält Bitterstoffe, Gerbstoff, Gerbsäure, Flavone, Harze, Vitamin C und ätherische Öle. Das Eugenol in der Wurzel ist verantwortlich für den nelkenartigen Geruch.

Verwendung zu Heilzwecken

Die Pflanze kann gegen Krampfadern, Hämorriden, Durchfall und anderen Problemen des Verdauungsapparates verwendet werden, da sie blutstillend, entzündungshemmend, tonisierend und krampflösend wirkt. Auch bei Entzündungen im Mundbereich kann die adstringierende und antiseptische Nelkenwurz angewandt werden. Sie ist manchmal auch Bestandteil von Zahncremes und lindert Mundgeruch. Als Umschlag oder als Sitzbad unterstützt sie bei Hauterkrankungen. Sie hat eine stimmungsaufhellende Wirkung bei Depression aufgrund Leberschwäche, die auf Grund von Umweltgiften entstanden ist. Vielleicht wächst Sie deshalb auch mittlerweile so viel in den mitteleuropäischen Städten – Mutter Natur weiß was gut ist für uns Menschen. Noch nie gab es so viel Chemikalien und Schadstoffe in den Nahrungsmittel, der Luft und im Wasser. Die Heilpflanze zum Beispiel als Tinktur verabreicht regt die Leber an und wirkt entgiftend. Die Wurzel gegraben im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr und in Milch gekocht, ergibt eine leckere Gewürzmilch. Die Blätter und Blüten können als „wildes Grün“ Frühlingssalaten beigemischt werden oder als Tee getrunken werden.

Volksheilkunde und Magie

Im Mittelalter wurde die Nelkenwurz als antidämonisches Pulver benutzt. Sie war Bestandteil des Malefizpulvers, das zum Schutz vor böse Geistern eingesetzt wurde. Am Körper getragen sollte sie Unheil abwehren. Sie war eine Schutzpflanze. Räucherungen mit der getrockneten Wurzel, reinigten von schlechten Energien und stärkten die positiven Energie. Auch dem Vieh gab man an Johannis gepflückte Nelkenwurz. Dadurch waren die Tiere das ganze Jahr geschützt und die Kühe gaben mehr Milch. Deshalb hieß die Nelkenwurz auch Sahnekraut. Bier und Wein setzte man in früheren Zeiten Nelkenwurz zu. Das ließ das Gebräu aromatischer schmecken und schützte es vor dem sauer werden.

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