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Heilkräuter Glossar
Es sind 16 Einträge im Lexikon.
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Beifuss (Artemesia vulgaris)


Der gewöhnliche Beifuß (Artemesia vulgaris, L.) Alte Kraft- und Schutzpflanze Auch Machtwurz, Thorwurz oder Mugwurz genannt

Unsere Vorfahren lebten noch in enger Verbindung mit der Natur. Sie kannten Kraftplätze, Krafttiere und Kraftpflanzen. Pflanzen sind oft mächtiger, als wir allgemein glauben. Sie besitzen wirkungsvolle Heilstoffe, sind vitaminreiche „Naturköstlichkeiten“ für unsern Gaumen und können Balsam für unsere Seele sein.

Vorkommen und Standort:

Er gedeiht oft an Kiesgruben, Steinbrüchen und Wegränder und ist der Begleiter der Wanderer. An das Bein gebunden oder in die Schuhe gelegt, macht er den müden Wanderer wieder frisch.

Beschreibung:

Aus der Familie der Korbblütler (Asteraceen) mit unscheinbaren rötlichbraunen Blütenköpfchen an Rispen im Juli bis September. Die Blätter sind wechselständig und lanzettenförmig. Der Geschmack ist würzig-aromatisch und leicht bitter.

Inhaltsstoffe:

Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherisches Öl mit Campher und Thujon, das keim- und pilzhemmend wirkt Verwendung zu Heilzwecken: Schon in der Antike wurde der Beifuß wurde er als kraftvolle Heilpflanze gelobt und wurde als „Mutter aller Pflanzen“ verehrt. Der lateinische Name „Artemesia“ kommt von der griechischen Göttin Artemis. Ihr war unter anderem der Beifuß geweiht. Diese große Muttergöttin wurde um Hilfe bei Geburten angerufen. Den Frauen wurde kurz vor der Geburt ein Strauß dieser würzig duftenden Pflanzen in den Arm gelegt und Beifußtee verabreicht, um die Wehentätigkeit anzuregen und den Geburtsvorgang zu erleichtern. Dieses Wildkraut galt und ist auch noch heute in unserer modernen Zeit ein wärmendes und kraftvolles Frauenheilmittel.
Schmerzen der Menstruation werden behoben und er hilft bei zu schwacher oder ausbleibender Monatsblutung z. B. als Tee oder Tinktur. Vorsicht! Nicht während der Schwangerschaft verwenden, da dies zu einer Fehlgeburt führen kann. Artemesia vulgaris ist ein traditionelles Gewürz für den Gänsebraten und fettige Speisen. Es ist ein mild wirkendes Mittel zur Verdauungsförderung, da es die Sekretproduktion in Magen und Darm sowie den Gallenfluss anregt. Es ist hilfreich bei Blähungen ebenfalls als Tee. In der Homöopathie wird die Wurzel verarbeitet und gegen Epilepsie, Veitstanz und Hysterie eingesetzt.

Volksheilkunde und Magie:

Beifuß ist eine alte germanische, magische Kraftpflanze. Die Wurzel kann als Amulett getragen, Kraft verleihen und Gesundheit schenken. An Maria Himmelfahrt, am 15. August wird der Kräuterwisch, Würzbüschel oder Weihbüschel aus meist neun verschiedenen Kraftpflanzen gesammelt. Früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang sollte der Kräuterbüschel von Hand gepflückt werden. Eine Königskerze in der Mitte, umrahmt von der Schafgarbe, Baldrian, Wermut, Thymian, Labkraut, Wasserdost, Kamille und auch der Beifuß sollte in diesem Strauß nicht fehlen. Er wird dann getrocknet und im Haus aufgehängt, zum Schutz vor bösen Mächten. Man muss nicht unbedingt die genannten Pflanzen verwenden. Es ist aber in jedem Fall ein guter Brauch, im Winter einige getrocknete Kräuter zur Reinigung im Hause zu haben, die zur Harmonisierung der häuslichen Atmosphäre beitragen.
Das Maria-Himmelfahrts-Fest ist der Auftakt zur wichtigsten Herbst-Kräutersammelzeit des Jahres. Es ist die Zeit der „Frauendreissiger“ jener 30 Tage zwischen dem 15. August und dem 8. September. Heilpflanzen, die während dieser Zeitspanne gesammelt werden sind äußerst kraftvoll und wirkungsvoll. Alle Pflanzen sind dann mit der vollen Glut der Sonne getränkt.

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Beinwell (Symphytum officinale L.) Auch Wallwurz oder Knochenheilerin


Bereits Hildegard von Bingen erwähnte diese einheimische, weit verbreitete Pflanze.

Ffamilie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die schmal lanzettlichen Blätter und der Stängel sind rauborstig behaart. Die blau-lila oder weiß-gelben Blüten sitzen an überhängenden, zu einer Spirale aufgerollten Stielenden. Die Pflanze wird oft bis zu 1 m hoch. Das Blattwerk wird durch Frost zerstört, doch die Wurzeln treiben im Frühjahr immer wieder aus. Der Geschmack ist sehr erfrischend und leicht schleimig. Von Mai bis September können Blätter und Blüten geerntet werden, Ende Oktober gräbt man die Wurzeln aus.

Inhaltsstoffe:

Viel Eiweiß, Gerbstoffe, Schleim, Kieselsäure, Inulin, Cholin und Allantoin, welches besonders die Heilung des Knochengewebes und der entzündeten Schleimhaut fördert.

Vorkommen und Standort:

Beinwell gedeiht an Gräben, Flussufern, auf nassen Wiesen und an lichten Stellen im Wald.

Verwendung zu Heilzwecken:

Schon in früheren Zeiten wurde Beinwell im amtlichen Arzneiverzeichnis aufgeführt und im Officin, dem Werkraum der alten Apotheken, verarbeitet. Dioskurides, ein berühmter Militärarzt aus dem 1. Jh. n. Chr., lobte diese Pflanze bei Kriegsverletzungen aller Art. Hildegard von Bingen nannte die Staude Consolida (consolidare = zusammenfügen). Sie verwendete die Pflanze in Wein, Zucker und Honig gekocht zur Wundheilung und bei Knochenbrüchen. Auch heute noch wird die Heilkraft des Beinwell für medizinische und kosmetische Zwecke genutzt. Aus der Wurzel wird das entzündungshemmende Allantoin für Aknecremes, Rasierwasser und pflegende, heilende Salben gewonnen. Beinwellsalbe oder Beinwellpulver ist außerdem zu empfehlen bei Verstauchungen, Blutergüssen, Nagelbettentzündungen, Narbenschmerzen, Blutungen oder schlecht heilenden Wunden und sollte in keiner Hausapotheke fehlen.

Volksheilkunde und Magie:

Dem Beinwell werden magische Kräfte zugesprochen. Wer viel auf Reisen geht, sollte immer ein Kräutersäckchen mit Beinwell bei sich führen, denn die Pflanze schützt vor Gefahren und stellt sicher, dass man wieder wohlbehalten nach Hause kommt. Außerdem sollte sich in jeder Reisetasche auch etwas Heil- und Wildkraut des Monatsvon dem Wildkraut befinden – so geht das Gepäck niemals verloren und wird nicht gestohlen.

Rezept für Beinwellsalbe:

Jetzt, von Oktober bis November, ist die so genannte „Wurzelgräberzeit“, die beste Zeit, um Beinwellsalbe selbst herzustellen. Bevor wir den Pflanzen ihre wohlverdiente Winterpause gönnen, lassen wir uns nochmals vom Pflanzenreich beschenken. Wir graben die Wurzeln mit Dankbarkeit aus, säubern sie und machen uns ihre Kraft zunutze. Nehmen Sie sich Zeit zur Herstellung der Creme und rühren Sie achtsam mit positiven Gedanken, um so ein wertvolles Heilmittel zu bekommen.
Zutaten: ca. 250 g frische Beinwellwurzel, 35 g Lanolin, ¼ Liter Jojobaöl, ca. 20 g geraspeltes Bienenwachs. Anleitung: Lanolin in einem Topf schmelzen lassen, Öl und Bienenwachs dazugeben, die gesäuberten, kleingeschnittenen Wurzeln untermischen und ca. 20. Min. unter ständigem Rühren erhitzen. Nicht kochen lassen! Über Nacht im Topf stehen lassen. Am nächsten Tag nochmals erwärmen, durch ein Sieb gießen und in Salbentöpfchen füllen. Kühl aufbewahrt hält die Creme ca. 1 Jahr.

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Brennessel (Urtica)


Brennessel (Urtica)

Es ist fast überflüssig, sie zu beschreiben, denn wer ist nicht schon einmal mit ihr in Berührung gekommen? Die Brennhaare brechen bei Berührung leicht ab und wirken dann als Injektionsspritze für das „Gift“ der Nesseln. Das Wort „Nessel“ gehört zum Wortstamm ned, der so viel bedeutet wie „zusammendrehen, zusammenknüpfen“, und ist also verwandt mit „nesteln“ und „Netz“. Auch die Benennung unserer Nadel leitet sich davon ab.
Große Brennessel (Urtica dioica): Dioica bedeutet „zweihäusig“, d.h. männliche und weibliche Blütenstände bilden sich getrennt an verschiedenen Pflanzen. Die weibliche Brennesselpflanze erkennt man an ihren hängenden und die männliche an ihren schräg aufwärts gerichteten rispenartigen Blütenständen.
Kleine Brennessel (Urtica urens): Sie ist einhäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich am selben Blütenstand.

Inhaltsstoffe:

Brennesselblätter sind wahre „Vitaminbomben“. Sie enthalten 30-mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat, außerdem Vitamin E (das „Verjüngungsvitamin“), die Vitamine des B-Komplexes, Vitamin K und Carotinoide (das „Schönheitsvitamin“ für Haut und Haare). Außerdem enthalten sie viel Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium, Mangan, Kieselsäure, Phosphor und Chrom. Ihr Chlorophyll regeneriert das Blut und stärkt den ganzen Organismus. Den Schmerz bei Berührung verursacht Ameisensäure, verstärkt durch Histamin und Acetylcholin.

Vorkommen und Standort:

Fast auf der ganzen Welt begleitet sie uns. In unseren Breiten wachsen hauptsächlich zwei Arten: die Große Brennessel (Urtica dioica) und deren kleine Schwester (Urtica urens). Sie wachsen meist an Ufern, Waldrändern, Wegrändern und auf Lichtungen und lieben stickstoffreiche Böden. Oft erscheinen sie dort, wo sich Erdstrahlen und Wasseradern kreuzen – und möglicherweise neutralisieren sie diese Energien.

Verwendung zu Heilzwecken:

Die Natur im Frühjahr fordert uns geradezu auf, die Pflanze für unseren Frühjahrsputz zu verwenden. Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind u.a. Schlackenstoffe, die sich im Organismus angesammelt haben. Mit einer 4-wöchigen Blutreinigungskur mit Brennessel-Presssaft lassen sich solche Ablagerungen leicht entfernen. Auch bei blassen Menschen bringt diese Kur wieder Farbe ins Gesicht. Hilfreich ist das Heilkraut auch bei Stoffwechselkrankheiten wie Rheuma und Gicht, bei Allergien, entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und Erschöpfungszuständen. Die Blätter finden Verwendung in Suppen, Soßen, Füllungen, als Spinat, in Aufläufen, Kartoffelgerichten, Pfannkuchen, Kräutermischungen, Tees oder ganz einfach als Würzzutat.
Bei Biogärtnern steht das Kraut als Spritzmittel hoch im Kurs. Als Flüssigdünger beliebt für Beete und Blumenkästen ist auch die Brennesseljauche. Ein Übermaß an Stickstoff im Boden wird umgewandelt in Eiweißverbindungen und damit das biologische Gleichgewicht wieder hergestellt. Die Nesseln wirken heilend auf das Bodengeschehen ein, indem sie mit ihren langen, weitverzweigten Wurzeln die Erde für neue Humusbildung erschließen.

Volksheilkunde und Magie:

Im Mittelalter wurden mit den Wurzeln und Blättern der Brennessel Wolle und Stoffe gefärbt. Die zähen Fasern der Stängel werden auch heute wieder in der Naturfaser-Textilindustrie zur Herstellung von Nessel verwendet.
Das Wesen der Brennessel steht für Aggression, Wille und Selbstüberwindung. Aggression, im ursprünglichen positiven Sinne verstanden, beseitigt Hindernisse, damit eine neue Aktivität sich entfalten kann. Sie entfernt das Alte, Verbrauchte, Überfällige und schafft dadurch Raum für Neues. Schon Albrecht Dürer wusste um die Einzigartigkeit des Heilkrautes und legte es auf einem Bild in die zarten Hände eines Engels, damit er dieses wertvolle „Unkraut“ zum Thron des Herrn hinaufbringe.

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Die Beiträge erschienen exklusiv in der Zeitschrift PRISMA und sind zur Ansicht nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Jegliche Verwendung zu gewerblichen Zwecken, wie als Material für Vorträge, Schulungen etc. ist ein Verstoß gegen die Urheberrechte und wird rechtlich belangt.

Die Rechte der Beiträge obliegen der Autorin Brigitte Addington - www.sonnetra.de.

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